Herbstlehrgang 2020

Herbstlehrgang 2020 Corona
Der Herbstlehrgang, der vom 26. bis 31. Oktober in Rottenburg/Neckar stattgefunden hätte, musste Corona-bedingt leider abgesagt werden. An jedem Tag des Lehrgangs schickte Lehrgangsleiter Utz Grimminger eine Mail an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer und berichtete über das, was an diesem Tag stattgefunden hätte. So entstand eine Art Bericht über einen Lehrgang, der nie stattgefunden hat – und der hier wiedergegeben werden soll.

Herbstlehrgang 2020

Der Herbstlehrgang, der vom 26. bis 31. Oktober in Rottenburg/Neckar stattgefunden hätte, musste Corona-bedingt leider abgesagt werden. An jedem Tag des Lehrgangs schickte Lehrgangsleiter Utz Grimminger eine Mail an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer und berichtete über das, was an diesem Tag stattgefunden hätte. So entstand eine Art Bericht über einen Lehrgang, der nie stattgefunden hat – und der hier wiedergegeben werden soll:

Tag 1, Dienstag, 27.10., 2.34 Uhr

Liebe Musikfreunde,

heute (eigentlich ja schon: gestern, es ist ja schon nach Mitternacht) hätte unser Herbstlehrgang angefangen. Leider können wir uns ja nicht sehen, aber ich dachte mir, ich schreibe einfach jeden Tag eine Mail mit dem, was uns an dem Tag erwartet hätte (*vielleicht* erwartet hätte - es hatte sich eh jeden Tag was geändert). Wenn jemand diese Mails nicht haben möchte, der/die schicke mir bitte eine Mail, dann nehme ich ihn/sie aus dem Verteiler.

Heute (ja, ich weiß: gestern :-)) wären wir also angereist - und hätten erst mal durchzählen müssen. Nach den Erfahrungen des Hauses haben sich die Teilnehmerzahlen unmittelbar vor Beginn eines Kurses üblicherweise drastisch reduziert - Quarantäne, Erkältungen usw. Wir hätten also erst mal schauen müssen, wer wirklich da ist - und wer sich vielleicht nur bei der Anfahrt in der Rottenburger Fußgängerzone verfranst hat und Hilfe braucht :-)

Dann hätte es gleich zwei Begrüßungen nacheinander gegeben - wir hätten nämlich nie alle gleichzeitig in einen Raum gedurft, in den größten dürften 18, wir wären 30 gewesen :-)

Und dann hätte es beim Mittagessen schräg werden können, je nachdem, wie viele da gewesen wären. Wir hätten zwar eh nicht im normalen Speisesaal gegessen, sondern im größeren Refektorium des Priesterseminars, aber auch da hätten nur 24 von uns rein gedurft - und wenn wir mehr gewesen wären, wären die schon gefundenen Freiwilligen in die Fußgängerzone abgezogen und hätten dort die kulinarischen Fastfood-Highlights Rottenburgs erkundet :-) Und ich hätte versucht, ganz schnell den Stundenplan auf die tatsächlich Anwesenden anzupassen.

Nachmittags wäre der Unterricht gestartet - wie gewohnt mit Einzelunterricht, Kammermusik, Rhythmus/Gehör, Ukulele-Schnupperkurs, aber auch: zwei Orchestern und 2x2 Stimmproben! Denn wir hätten ja nicht alle gleichzeitig in einen Raum gedurft, also hätte es zwei Orchester geben müssen.

Am Abend wäre dann unser Kennenlernabend gewesen, und das war im Vorfeld fast das Kniffligste: Wie macht man einen Kennenlernabend mit allen, wenn nicht alle in einen Raum dürfen? Wir hätten es so gemacht: Wir hätten vier Mannschaften gebildet, die jeder gegen jeden Kennenlernspiele spielen - so wären nie zu viele in einem Raum gewesen, und jede/jeder hätte mit jedem/jeder ein Kennenlernspiel mitgemacht. Eine der Ideen wäre ein Quiz gewesen, bei dem bemerkenswerte Begebenheiten aus dem Leben hätten erraten werden müsse. In den nächsten Tagen werde ich meine Mails mit einigen bereits ausgearbeiteten Quizfragen garnieren, dann könnt Ihr gern raten - zu gewinnen gibt es nix außer Ruhm und Ehre :-)

Und danach wäre es auch ungewohnt geworden. Wer schon mal dabei war weiß: abends trifft man sich in der Trinkstube, einem engen, gemütlichen Kellerraum ohne vernünftige Lüftungsmöglichkeit. Das wäre natürlich auch nicht gegangen, also hätten wir zwei oder drei Unterrichtsräume für das abendliche Beisammensein umgeräumt und drauf aufgepasst, dass nie zu viele Leute in einem der Räume gewesen wären - und dafür Sorge getragen, dass man dann doch in einen Raum geht, wenn schon einige im Bett sind.

Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, würden wir wohl alle im Bett liegen und uns wundern, wie die nächsten Tage verlaufen würden...

Viele Grüße,
Utz

Tag 2, Mittwoch, 28.10., 1.49 Uhr

 

Liebe Musikfreunde,

heute (ich weiß: eigentlich gestern :-)) wäre unser erster "normaler" Tag des Lehrgangs gewesen. Bevor wir aber dazu kommen sei ein Hinweis gestattet: Am Ende dieser Mail gibt es den ersten Teil des Quiz :-)

An unserem ersten "normalen" Tag hätten die meisten von uns schon gewusst, wann sie wo hin müssen, und von den wenigen, die sich verlaufen hätten, hätten wir wie immer die meisten wiedergefunden :-)

Das traditionelle Highlight des Dienstags ist normalerweise immer das Dozentenkonzert, das dieses Jahr zwei Dozentenkonzerte gewesen wäre (Ihr erinnert Euch: Kein Raum wäre groß genug gewesen, dass alle gleichzeitig drin hätten sein können). Zwischendurch sah es sogar so aus, als gäbe es dafür eine sehr elegante Lösung, weil Denise einen Überraschungsgast mitgebracht hätte und man zwei Konzerthälften hätte machen können: 1.) Denise + Überraschungsgast und 2.) die anderen. Und dann wäre im einen Raum zuerst Programmteil 1.) gelaufen und im anderen Teil 2.), dann hätten wir gelüftet und die Räume gewechselt. Der Plan musste aber schon früh aufgegeben werden, weil Gäste nicht gestattet waren. So wären es dann also zwei Konzerte nacheinander geworden, wobei diejenigen, die Konzert 2 gehört hätten, hätten zwar länger warten müssen, aber dafür hätten wir ja auch schon Möglichkeit gehabt mal zu üben - in Konzert 1 :-)

Wahrscheinlich wäre aber der wirkliche Höhepunkt des Tages die Beobachtung eines Naturschauspiels gewesen, das es sonst äußerst selten bis nie zu sehen gibt: Die Dozent*innenwanderung! Wer schon mal da war weiß: Alle Dozent*innen haben jeweils einen eigenen Raum, in dem sie (fast) immer sind, und wer uns mal bei der An- oder Abreise beobachtet hat weiß auch, warum das gut so ist: Wir haben üblicherweise ein paar Instrumente und Noten dabei, sodass das eher nach dem Umzug einer fünfköpfigen Familie als nach sechs Tagen Kurs aussieht.

Dieses Mal wäre das nicht gegangen, weil immer nur höchstens eine bestimmte Anzahl Personen je Raum erlaubt war, und die Räume natürlich unterschiedlich groß sind. Also wären die Unterrichtseinheiten nach Raumgröße auf die Räume verteilt worden, und die Dozent*innen hätten dann immer in den passenden Raum wandern müssen. Wir hätten dann das Nützliche mit dem Praktischen verbunden, nach jeder Einheit 5 Minuten Umzugspause eingeplant und damit auch ausreichend Lüftungszeit gehabt!

Das Problem dabei wäre aber gewesen: Wie kriegt man Unterrichtsmaterial, das von der Menge her mit knapper Not ins Auto gepasst hat, innerhalb 5 Minuten von da nach dort? Wir haben uns also so verständigt, sparsam zu sein und nur so viel Zeug mitzubringen, das wir mit einem Gang transportieren können. Wobei ich zugeben muss, dass mindestens eine Person an dieser Vorgabe wohl gescheitert wäre - nämlich ich selber. Ich hatte mir auch eine Strategie überlegt, wie ich mich über meine eigene Anweisung hinwegsetzen könnte (nämlich: in jedem Raum ein Eckchen zu hinterlassen mit dem Material, das ich in diesem Raum gebraucht hätte). Allerdings wäre ich dann bei der geringsten Planänderung hektisch durchs Haus geirrt und hätte in jedem Raum in "meinem" Eckchen gesucht, wo denn jetzt "genau dieses" Notenheft liegt - ein Schauspiel, das Euch jetzt leider verwehrt wurde.

Auch interessant wäre gewesen: Die Dozent*innen sind es gewohnt, dass eine Unterrichtseinheit dann fertig ist, wenn der nächste rein kommt - und wenn kein nächster kommt, kommt man zu spät zum Essen! (Ein Schauspiel, das die, die schon dabei waren, kennen :-) Wenn aber nach jeder Unterrichtseinheit erst mal Umzugs- und Lüftungspause ist und erst mal keiner rein kommt - das hätte auch sehr interessant werden können... :-)

Und jetzt (*Trommelwirbel*): Die Quizfrage! Ich hatte mir nämlich für den Kennenlernabend ein Quiz überlegt, dass wir aber wahrscheinlich gar nicht gemacht hätten, weil die Regeln so kompliziert waren, dass es allein 15 Minuten gedauert hat, bis ich es Thekla erklärt hatte - und die ist meine schrägen Ideen gewohnt (wer uns noch nicht persönlich kennt: sie ist meine Frau :-)). Zum Glück hatte Eva bessere Ideen für den Kennenlernabend, aber jetzt kann ich ja hier mal ein paar der Quizfragen loswerden - die wären nämlich um jeden von uns gegangen, und ich hatte mir schon paar überlegt.

Hier also die Quizfrage über: Mich! Ich hab ja manchmal (selten! echt!) eine große Klappe, was zu peinlichen Situationen führen kann, wenn man sich gerade mal nicht im Klaren ist, wer einem alles zuhört. Und so begab es sich eines Tages, dass ich einem nicht ganz unbekannten Sänger sagte, a) es klänge scheußlich, wenn er singt, b) er könne gar nicht singen, und c) er solle das Singen lieber Leuten überlassen, die das können. Frage: Wem habe ich das gesagt?

a) Campino von den Toten Hosen
b) Till Lindemann von Rammstein
c) Klaus Meine von den Scorpions

Wer mag, schicke mir einfach eine Mail mit a), b) oder c)

Viele Grüße,
Utz

Tag 3, Mittwoch, 28.10., 22.15 Uhr

Liebe Musikfreunde,

heute, an Tag 3, hätten wir uns wahrscheinlich längst an alles gewöhnt gehabt. Aufregend gewesen wäre unser erstes abendliches Vorspiel - Ihr wisst ja: nie alle in einem Raum!

Da hatten wir ehrlich gesagt nicht im Vorfeld beschlosen, wie wir das machen wollten. Entweder hätten wir Listen ausgelegt, bei denen Ihr Euch hättet eintragen müssen, in welchem Raum Ihr abends sein wollt, oder wir wären Markusens Vorschlag gefolgt, die Dozent*innen auf die Räume zu verteilen, und Ihr hättet dann da hin gemusst, wo Euer Dozent/Eure Dozentin ist, und dann ggf. den Raum gewechselt, wenn Ihr z.B. wegen Kammermusikgruppe zu einem anderen Dozenten/einer anderen Doezentin gemusst hättet, oder ganz dringend jemand Bestimmtem zuhören hättet wollen.

Wahrscheinlich hätten wir heute Abend, beim ersten Vorspiel, bei dem ja üblicherweise noch nicht sooooo viele vorspielen und es noch nicht so kompliziert gewesen wäre, einfach eine von beiden Varianten ausprobiert und geschaut, ob sie praktikabel ist oder ob man was ändern muss.

Und jetzt kommen wir auch schon zur heutigen Quizfrage, die eine Begebenheit aus Theklas Künstlerleben abfragt - wie Ihr merken werdet hat Thekla ein viel freundlicheres Wesen als ich :-)

Ich muss die Frage aber mit einer Vorgeschichte einleiten: Vor Jahren hatte ich den missionarischen Eifer, Thekla systematisch ist den Höhepunkten der Rock- und Popgeschichte vertraut zu machen (sie fand die Idee so mittel :-) Einige Interpreten kannte sie, andere nicht, und als wir zu den gesuchten Interpreten kamen, ging ein Strahlen über Ihr Gesicht, und sie sprach:

"Ja, die kenne ich - die sind nett!"
(Versucht Euch an dieser Stelle mein verdutztes Gesicht vorzustellen)
"Ja, mit denen hab ich schon mal geplaudert, die sind echt nett"
(Versucht Euch die maximale Steigerung des oben erwähnten Gesichtsausdrucks vorzustellen)
"Mit denen war ich doch mal gemeinsam in ner Fernsehshow, und da gibt's doch immer so viele Pausen, da haben wir halt geplaudert"
(Versucht Euch vorzustellen wie mein Gesicht aussieht wenn ich gerade erfahre dass meine Frau ein Alien ist)

Jetzt also endlich die Frage: Mit wem hat Thekla bei der Produktion einer Fernsehshow in den Pausen abgehangen? Waren es...

d) Abba
e) die Bee Gees
f) die Rolling Stones

Viele Grüße,
Utz

Tag 4, Donnerstag, 29.10., 22.16 Uhr

Liebe Musikfreunde,

heute dürft Ihr Euch auf gleich zwei Quizfragen freuen, die wie üblich am Ende der Mail kommen. Ich hatte mich ehrlich gesagt verzählt mit den vorbereiteten Quizfragen und hatte eine zu wenig, ein Hilferuf ans Dozent*innenteam hat aber neue Quizfragen hervorgebracht :-)

Ich wurde auch gefragt, ob's denn auch die Auflösungen dazu gibt. Ja klar gibt's die, am Samstag, falls jemand gesammelt beantworten will. Bzw. ich hoffe es - wenn mir Eva noch die Lösung ihrer Quizfrage verrät :-)

Ansonsten hätte der Tag heute als ganz normaler Lehrgangstag begonnen, wie wir in längst gewohnt gewesen wären, wobei bei einigen von uns über den Tag hinweg der Adrenalinspiegel deutlich angestiegen wäre - je mehr nämlich die Erkenntnis ins Bewusstsein gesickert wäre, dass MORGEN SCHON Prüfung ist! Normalerweise sitzt man dann abends schwitzend über Übungsaufgaben in der Trinkstube und hilft sich gegenseitig bei letzten Problemen. Was für ein Chaos entstanden wäre, wenn sich 17 Prüflinge über je anderthalb Meter Abstand Tipps zugerufen hätten - das können wir uns nun leider nur vorstellen :-)

Und jetzt (*Trommelwirbel*) die zwei Quizfragen:

Markus hatte vor einigen Jahren an seiner damaligen Musikschule einen ca. 16-jährigen Schlagzeuger in einer Big-Band, bei der er die Stimmproben für die Rhythmus-Section leitete. Natürlich ist Markus in diesem Zusammenhang auch einige Male mit ihm auf der Bühne gestanden.
Einige Jahre später sah er seinen ehemaligen Schlagzeuger bei einer Casting-Show im Fernsehen wieder  - dort aber als Sänger! Und sein ehemaliger Schüler hat die Casting-Show sogar gewonnen und danach noch eine durchaus beachtliche Karriere hingelegt.

Handelt es sich dabei um...?

g) Mark Medlock
h) Pietro Lombardi
i) Max Mutzke

Und von Eva kommt folgende Frage:

In meiner Jugend habe ich im Jugendzupforchester Baden-Württemberg gespielt (JZO). Hier bin ich das erstmal Utz begegnet. Mein erster Eindruck: Ein junger Mann mit knallrot lackierten Fingernägeln, Student der Psychologie, na ja passt irgendwie :-) Es war eine sehr schöne Zeit im JZO. Danach habe ich ins Badische Zupforchester (BZO) gewechselt. Nun meine Frage. Was hatte ich bei den Wochenendproben vom BZO damals immer dabei?

j) ein Stimmgerät
k) einen Chihuahua
l) eine Mandoline

Viele Grüße,
Utz

Tag 5, Samstag, 31.10., 0.26 Uhr

Liebe Musikfreunde,

heute wäre für viele von uns mit einiger Aufregung verbunden gewesen - der Prüfungstag! Zumindest in der praktischen Prüfung wäre fast alles wie ohne Corona gewesen - ich hätte versucht, möglichst alle Prüflinge möglichst weit auseinander zu setzen, also alles so wie immer :-) Und tatsächlich hätten wir die schriftliche Prüfung wie normal machen können: 17 Prüflinge plus 1 Aufsichtsperson = 18 Leute, und in den größten Raum hätten 18 Leute gepasst - Bingo! Außer wenn sich jemand spontan während des Lehrgangs entschieden hätte, doch eine Prüfung zu machen, dann hätten wir flugs umplanen müssen :-)

Jetzt, da ich diese Mail schreibe, wären längst alle Klausuren korrigiert und praktischen Prüfungen besprochen, und wir hätten längst viele schöne Mitteilungen an Euch machen können, möglicherweise wären auch ein paar nicht so schöne Mitteilungen dabei gewesen. Es wäre auch schon bekannt gegeben worden, wer was morgen beim Abschlusskonzert (Abschlusskonzert? Wie soll das denn gehen? Dazu morgen mehr...) spielen darf/muss. Die Feierlichkeiten aus Freude über bestandene Prüfungen bzw. zum Trost für nicht bestandene Prüfungen wären behindert worden dadurch, dass die Dozent*innen einen möglichen Aufenthaltsraum hätten blockieren müssen, weil ja noch die Urkunden ausgefüllt und unterschrieben werden müssen...aber auch das hätten wir hingekriegt. Insgesamt hätte sich in die Stimmung aber wohl schon ein wenig Wehmut gemischt, weil der Lehrgang fast schon wieder zu Ende ist.

Fast schon zu Ende ist auch unser Quiz, als letzte Frage habe ich mir eine romantische aufgehoben. Paare erzählen ja durchaus ab und an, wann und wie sie sich kennen gelernt haben. Bei Thekla und mir ist das etwas komplizierter, wir waren da sozusagen asymmetrisch unterwegs, heißt: Eine*r von uns hat den/die andere*n gehört/gesehen/gelesen und der/die andere wusste nichts davon. Also: Wer von uns hat wen wann und bei welcher Gelgenheit zuerst gelesen/gesehen/gehört?

m) Thekla sah mich zuerst, 1990. Und zwar bei einem Konzert in der Staatsbibliothek Berlin, ich saß auf der Bühne, Thekla im Publikum.
n) Ich hörte Thekla zuerst, 1976. Ich kaufte eine MusiCassette mit aktuellen Top Hits, darauf waren dann aber nicht die Originalversionen, sondern nachgespielte Versionen, mit Thekla an der Mandoline.
o) Thekla las mich zuerst, 1990. Im Zuge der Wiedervereinigung beschloss der BDZ Baden-Württemberg, einige Zupfer aus der DDR kostenlos zum Lehrgang einzuladen. Ich schrieb damals die Einladung, über einige Umwege landete der Brief bei Thekla.

Morgen gibt es alle Auflösungen, wer also noch mitraten möchte, sollte mir seine/ihre Tipps bis morgen ca. 20 Uhr mailen.

Viele Grüße,
Utz

Tag 6, Samstag, 31.10., 22.20 Uhr

Liebe Musikfreunde,

mittlerweile wären wir wohl alle wieder zu Hause, heute wäre unser letzter Tag gewesen, der Tag des Abschlusskonzerts.

Natürlich hätten wir immer noch nicht alle in einen Raum gedurft, und Gäste hätten auch nicht kommen dürfen. Also hätte es parallel zwei Abschlusskonzerte gegeben, sozusagen Geister-Abschlusskonzerte ohne Publikum (klingt schlimm, ist aber auch nicht sooo schlimm, denn bis auf die Orchester hätten wir uns ja gegenseitig selber zugehört). Die Idee war außerdem, beide Konzerte zu filmen und Euch allen eine DVD mit beiden Abschlusskonzerten zukommen zu lassen. Danach hätte es noch mal Mittagessen gegeben, und dann hätten wir nochmal furchtbar aufpassen müssen, bei den Abschiedsszenen immer anderthalb Meter Abstand einzuhalten.

Bleibt mir nur noch darauf hinzuweisen, dass der nächste Herbstlehrgang vom 1. bis 6. November 2021 stattfindet. Ich hoffe sehr, dass wir uns dann sehen.

Und jetzt fehlt noch die Auflösung der Quizfragen und die Bekanngabe der Siegerinnen und Sieger.

Die Auflösungen

1. Frage: Wen habe ich beleidigt? Richtig wäre gewesen: b), Till Lindemann von Rammstein. Und das kam so: In meiner Berliner Zeit wurden Thekla und ich angerufen, wir sollten zu einer Aufnahme für das UFA-Filmorchester kommen, dort würden viele Mandolinen gebraucht (waren dann im Endeffekt nur vier). Was denn aufgenommen würde? Keine Ahnung, hieß es, wahrscheinlich Filmmusik oder n Musical oder so. Wir ahnten also nichts, kriegten die Originalmusik über Kopfhörer zugespielt, ich war überzeugt, das könne nicht der endgültige Gesang sein, weil er scheußlich klinge, und habe das meinen Kolleginnen und Kollegen auch gesagt. Was ich nicht wusste und erst Monate später erfuhr: a) Es war der endgültige Gesang, b) es war nicht "Filmmusik oder Musical oder so", sondern für Rammstein, c) die komplette Band saß im Kontrollraum und hörte jedes Wort mit, das im Studio gesprochen wurde. Ich weiß gar nicht, warum ich nie wieder eingeladen wurde, für Rammstein Mandoline zu spielen :-) Wer mal hören will, was dabei rauskam: www.youtube.com/watch?v=LIPc1cfS-oQ (man muss aber zugegebenermaßen ganz genau hinhören um die Mandolinen herauszuhören, ab 2:23).

2. Frage: Mit wem hat Thekla gechillt? Richtig wäre gewesen: d) Abba. Am 2. November 1974 war Thekla zusammen mit Abba in "Ein Kessel Buntes" im DDR-Fernsehen. Die Rollen waren *leicht* unterschiedlich verteilt: Für einen sowjetischen Sänger wurden als Deko einige junge Damen gebraucht, die mandolinespielend über die Bühne liefen, da war Thekla dabei. Abba waren deswegen da: https://www.youtube.com/watch?v=sn2uDEJ3yI8 (das Datum im Video ist übriegns falsch), von Theklas Auftritt finde ich bei YouTube nix. In den Pausen haben sie trotzdem nett geplaudert. Darf ich außerdem mal in die Runde fragen, warum *niemand* es für möglich hielt, sich mit den Rolling Stones nett zu unterhalten?

3. Frage: Markusens ehemaliger Bigband-Schlagzeuger war i) Max Mutzke. Der gewann 2004 die Casting-Show SSDSGPS und nahm daraufhin im selben Jahr für Deutschland am ESC teil, wo er mit "Can't Wait Until Tonight" Platz 8 erreichte, www.youtube.com/watch?v=j6jSUb_RvXM - 2019 gewann er als "Astronaut" die erste Staffel von The Masked Singer und nahm in der Rolle für den Mond am Free ESC 2020 teil, wo er mit "Back To The Moon" den dritten Platz belegte, www.youtube.com/watch?v=DwQZHf_v87c

4. Frage: Eva stimmte damals noch mit Stimmgabel und spielte im BZO Gitarre, nicht Mandoline, richtig ist also k), der Chihuahua "Flinki". Wer jetzt ganz fest mit einem YouTube-Link zu Flinki rechnet, den/die muss ich leider enttäuschen.

5. Frage: Ich muss ja sagen, bei den ersten vier Fragen gab es überwiegend richtige Antworten, aber mit der Thematik "Romantik" waren alle hoffnungslos überfordert - null richtige Antworten! Die meisten meinten, Antwort o) sei richtig, der Brief mit den Lehrgangseinladungen. Das war aber nur ordentlich ausgedacht von mir :-) Tatsächlich sah Thekla mich 1990 beim Gedenkkonzert des Deutschen Zupforchesters für den verstorbenen Siegfried Behrend in der Berliner Staatsbibliothek auf der Bühne. Und trotzdem ist m) nicht die gesuchte Antwort, denn auch n) ist zutreffend, und gesucht war ja die erste "Begegnung". Thekla besserte sich damals das Taschengeld auf, in dem sie für Amiga bei allen möglichen Schlagerproduktionen Mandoline spielte. Die internationalen Hits wurden offiziell fürs Ballett des Deutschen Fernsehfunks eingespielt, aber auch ins westliche Ausland verkauft, wo daraus No-Name-Billigproduktionen hergestellt wurden. Ich kann übrigens nicht mehr mit Sicherheit sagen, ob ich die Cassette 1976 gehört habe oder erst 1977, die fragliche Cassette war jedenfalls www.discogs.com/de/Unknown-Artist-20-Super-Power-Hits/release/13044504 , bald gefolgt von www.discogs.com/de/Unknown-Artist-20-Explosion-Hits/release/15766181 , auf der Thekla auch mitspielte.

Und jetzt schreiten wir zur Sieger*innenehrung - gleichauf ins Ziel gingen mit je vier richtigen Antworten: Bettina, Ingrid & Reinhard! Ruhm, Ehre & herzlichen Glückwunsch den Dreien, und vielen Dank allen anderen, die mitgemacht oder auch nur die Mails gelesen haben.

Viele Grüße, bleibt gesund, wir sehen uns,
Utz

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